IGPTR-KP
Interessengemeinschaft Physiotherapie Rehabilitation in der Kardiologie und / oder Pneumologie

Aktivitäten

€žBesser leben mit COPD

COPD-Tagung in Zürich von 6.-8. September zum Thema Selbstmanagement

Besser leben mit COPD.pdf [1.19 MB]

Referenten und teilnehmende Patienten mit COPD( v. l. n. r.): TaniaWeng-Bornholt (Projektleiterin QualiCCare); Luzia Tschalär und Elsy Blaser (Patientinnen),, Kaba Dalla Lana PT-PRT+, Carlo Bornemann (Patient), Prof. Dr. Jean Bourbeau, PD Dr. Claudia Steurer-Stey, Prof. Dr. Milo Puhan

Chronische Erkrankungen wie die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) werden in Zukunft 70% der Kosten verursachen[1]. Damit Patienten adäquat behandelt werden und Ressourcen effizient eingesetzt werden, braucht es einen vernetzten, interdisziplinären Ansatz.

Die COPD-Tagung zeigte mit einem internationalen Expertenteam dafür Lösungsmöglichkeiten auf. Das kanadische Modell €žBesser leben mit COPD wurde von Prof. Dr. Bourbeau vorgestellt, der es erstmalig eingeführt und mit grossen RCT-Studien den Erfolg belegt hat. Bei geschulten Patienten konnte ein Jahr nach Schulung die Hospitalisationsrate um 40% reduziert werden[2]. Patienten werden über ihre Erkrankung aufgeklärt und dazu befähigt, in verschiedenen Situationen rechtzeitig- richtig zu handeln, um ein Fortschreiten der Erkrankung möglichst lange zu vermeiden.

Wie der Krankheitszustand durch eine Exazerbation sich verschlimmert, zeigte Prof. Dr. Puhan zu der Eröffnung der Tagung auf. Neu werden auch die Exacerbationen in der Einteilung des Schweregrades der COPD berücksichtigt und sollten frühzeitiger erkannt werden[3].

PD Dr. Steurer und Kaba Dalla Lana (PT-PRT+) zeigten Ihre erfolgreiche Umsetzung des kanadischen Modells im ambulanten Setting in Zürich auf. Die 45 Teilnehmer aus verschiedenen Fachrichtungen diskutierten, wie eine Umsetzung flächendecken in der Schweiz umgesetzt werden kann.

Kernstück des Schulungsprogrammes €žBesser Leben mit COPD ist der Aktionsplan, der die Medikamentation, allgemeine Verhaltensweisen vor allem die Früherkennung der Exazerbationen und spezielles Training umfasst. Dieser wird vom Arzt ausgefüllt und mit dem Physiotherapeuten einstudiert. Je nach Zustand setzt der Patient selbständig um und holt sich nach Bedarf rechtzeitig die optimale Hilfe von extern. Der Patient kann einer akuten Verschlechterung vorbeugen und verhindert einen Notfallbseuch oder eine Hospitalisation . Die Broschüre €žBesser leben mit COPD und der Aktionsplan ist bei der schweizerischen Gesellschaft für Pneumologie (SGP) erhältich.

Patienten mit COPD schilderten ihre positiven Erfahrungen vor dem Auditorium. Sie waren informiert über Ihre Erkrankungen, schätzen den direkten Kontakt zu den Beratern und gaben Auskunft über Ihre Ziele, die sie trotz der Erkrankung erreichen können. Bei allem Optimismus waren sie sich einer Überschätzung ihres Zustandes bewusst. Das Zutrauen mit der Erkrankung umzugehen, braucht einen hohen Wert (Abb. 2), um das Selbstmanagement umsetzen zu können.

Abb. 2

Referentin Kaba Dalla Lana zeigt den Bereich, der Patienten befähigt, Massnahmen selbstständig umzusetzten

Wie sieht die Zukunft der Betreuung aus? Frau Weng- Bornholt von QualiCCare erläuterte ein hoffnungsvolles nationales Projekt, die alle Bereiche um den Patient herum an einem Tisch bringt und Hürden im jetzigen Gesundheitswesen abbauen kann. Dieses läuft unter der Schirmherrschaft des Bundesamts für Gesundheit.

Prof. Dr. Milo Puhan rundete den Tag ab und gab einen Einblick in die Telemedizin. Dabei kommen Medien (Telefon bis Tablet-PC) zum Einsatz, um Beratung und Datenaufnahme zu verbessern.

Im Anschluss an die Tagung konnten 23 Physiotherapeuten zwei Tage die Technik der motivierenden Gesprächsführung bei Dr. Michael Peltenburg erlernen (Abb. 3 und 4). Danach erhielten sie den Zusatztitel PRT+. Sie erhielten dabei Instrumente, um Patienten im Prozess des Selbstmanagement zu unterstützen. Diese Zusatzqualifikation wird von der Interessengemeinschaft kardiale und pulmonale Rehabilitation (IGPTR-KP) und der Kommission Pulmonale Rehabilitation und Patientenschulung der SGP vergeben.

Abb. 3

Motivierende Gesprächsführung; Teilnehmer üben unter Anleitung von Michael Peltenburg

Abb. 4

23 Physiotherapeuten erhalten die Zusatzqualifikation PRT+

Weitere Informationen unter:

www.igptr.ch

http://www.livingwellwithcopd.com/

http://www.hausarztmedizin.uzh.ch/ChronicCare.html



[1] BMJ2002;325:913

[2] Bourbeau J, et al. Arch Int Med 2003

[3] Gold-Klassifikation 2011

IGPTR-KP NEWS

30. Aug. 2017
12. Mar. 2012
Der Film zum Thema ambulante pulmonale Rehabilitation... weiter